Meerschweinchen an der Stör
  Farbgenetik
 
                                   

                                                                              

"Alle Gene sind immer da und beeinflussen sich gegenseitig."

Welche Farbgene sind bisher bekannt?

AA BB CC EE PP SS rnrn

1) C = Chinchilla Gen
   - beschreibt eigentlich die silberweiße Wildfärbung in der Kaninchenzucht
   - reduziert die Pigmente der Haut, des Fells und der Augen

steht für die ROTE FARBREIHE
Die Hauptfarben sind:  - rot
                                  - buff
                                  - creme
                                  - weiß
(Darin verbergen sich auch safran, gold etc.)

CC   = rot
Ccd  = dunkles orange
Cck  = orange
Ccr  = helles orange (wg. Weißfaktoren)
Cca  = helles orange (wg. Weißfaktoren)

mit nachfolgenden Tieren kann man NIE mehr in rot reinkommen:
cdcd = buff
cdcr = creme
cdca = creme
ckck = ganz helles creme
ckca/cr = elfenbein creme
crcr  = weiß, d.A.
crca  = weiß, d.A.
caca = Himalayafaktor (nicht! in Linie ziehen)

Eigentlich müßte es auch - cc - (Vollalbino) geben (gibt´s vermutlich auch), allerdings bekommt man weiß, r.A. Tiere auch durch andere Verpaarungen hin und weiß daher nie, ob es Vollalbino´s sind.

Beispiele:
BB CC ee PP   = rot
bb CC ee PP   = gold , d.A.
bb CC ee prpr = gold, d.A. (genetisch Feueraugen, aber nicht sichtbar - rot hellt auf)
bb cdcd ee PP  = buff, d.A.
bb cdcd ee pp = safran, r.A.
bb cdcr ee PP  = creme, d.A.
bb cdcr ee pp  = eiscreme, r.A. - eierfarbenschalig-zitronenartig
bb crcr ee PP  = weiß, d.A.
bb crcr ee pp  = weiß, r.A.

Ausnahme
Tier mit roten Augen, das eigentlich keine roten Augen hat:
aa BB caca EE PP  = Himalaya mit roten Augen (Points, Ohren- u. Fußzeichnung sichtbar durch EE) - - - PP macht eigentlich dunkle Augen, aber caca (Himalayafaktor) sorgt für die roten Augen

weitere Möglichkeiten:
aa bb caca EE PP  = Schoko Himalaya
(rein theoretisch gibt´s auch: Himi in slate blue usw., aber die Points sind viel zu hell oder Himi in Agouti (außer goldagouti), sieht aber nicht vernünftig aus)
aa bb caca ee PP  = weiß, r.A. (weil schoko durch ee nicht sichtbar)
aa bb crca EE PP  = Marder schoko mit etwas Himalaya Zeichnung durch ca
                              hat bei Geburt schwarze Fußsohlen (richtiger Schoko hat dies nicht)

2) B = Schwarze Farbreihe

Die Hauptfarben sind:  - schwarz (B)
                                   - schokolade (b)

BB  = schwarz
Bb  = schwarz/Träger
bb  = schokolade (ist KEINE Verdünnungsfarbe)

Aus den 6 Farben (rote + schwarze Farbreihe) werden alle anderen Farben erzeugt.

3) E = Extensionsgen = Entscheidungsgen ("Edding")

Dieses Gen entscheidet, ob rot, schwarz oder beide Farbreihen sichtbar werden.
Das bedeutet aber auch gleichzeitig, es sind immer beide Farben da, aber nicht unbedingt sichtbar.

EE   = schwarze Farbreihe
Eep  = schwarze Farbreihe
Ee    = schwarze Farbreihe
(E kann so dominant sein, dass z. B. nur rote Füßchen oder Stichelhaare (durch e) sichtbar werden.)

epep = beide Farbreihen sichtbar (schildpatt o. brindle)
epe   = beide Farbreihen sichtbar (schildpatt o. brindle)

ee   = rote Farbreihe

Beispiele:
1) BB CC EE     = schwarzes Tier - das beste Schwarze (im Hintergrund aber rot, welches aber nicht sichtbar ist)
2) BB cdcd EE  = schwarzes Tier - mit verstecktem buff
3) BB cdcr EE  = schwarzes Tier - mit verstecktem Creme
4) BB crcr EE  = scharzes Tier = hellstes schwarz = sepia - mit verstecktem weiß, d.A.

(Zwischeninfo: bb CC EE wäre somit: schoko-gold)

Will man in der Zucht das Schwarz verbessern, kann man dies mit Tieren, die genetisch Nr. 2 bis 4 sind, nicht schaffen, da die kleinen c dies nur bis zu ihren Möglichkeiten zulassen.

Das kleine e läßt die schwarze Farbreihe nicht sichtbar werden. Beispiele dafür:
bb CC ee     = gold, d.A. (NICHT rot!, weil b auch zuständig für die Pigmente der Ohren ist)
BB CC ee     = rot (weil rote Tiere schwarze Ohren, Krallen u. Augenlider haben)
bb cdcd ee  = buff (darf keine Pigmente haben)
bb cdcr ee  = creme (darf keine Pigmente haben)
bb crcr ee  = weiß, d.A. (darf keine Pigmente haben)
BB CC epep = schildpatt oder brindle
bb cdcd epep = schoko buff (schwarze u. rote Farbreihe zusammen sichtbar)
BB crcr epep = schwarz weiß (ohne Weißscheckungsfaktor)
                       kein ideales schwarz, weil rot im Hintergrund fehlt

4) A = Agouti
(Anmerkung: sind übrigens die Tiere mit der dichtestens Haareinpflanzung/Haardichte)
Anders als bei den normalen Meerschweinchen teilt sich bei den Agoutis jedes einzelne Haar in einzelne Farbzonen. 

Es gibt 3 Arten des Agouti:

Agouti
- das Haar ist geteilt in die Zonen Ticking, Deckfarbe und Unterfarbe (Ticking ist im selben Farbton wie die Unterfarbe) oder Deckfarbe und Unterfarbe
- am ganzen Körper, außer am Bauch (beginnend zwischen den Vorderbeinen) ist ein schmaler und gerade Bauchstreifen) - im Idealfall nicht von der Seite zu erkennen

Solidagouti
- vom Gesamteindruck wesentlich dunkler als das Agouti
- Haar ist wie bei Agouti aufgeteilt, aber die Bereiche Ticking und Deckfarbe sind wesentlich kleiner, die Unterfarbe dafür umso größer
- kein Bauchstreifen
- Füße in Farbe aus der schwarzen Farbreihe
- kommt einfarbig zur Welt (außer: zweifarbige Ohren und Schnurrbarthaare)
- braucht ca. 3 - 7 Monate zur Umfärbung

Fox, Otter, Lux, Tan
- gleiche Zeichnung
- Unterschied wird bei der Deckfarbe gemacht:
  weiß = Fox, creme = Otter, buff = Lux, rot = Tan
- sehr breiter Bauchstreifen (auch von der Seite sichtbar)
- auch Innenkrallen sollten Farbe haben
- Augenringe in Deckfarbe
- Tippingzone zwischen Bauch und Hinterhand

Agouti ist dominant gegenüber Nichtagouti.

AA    = Agouti
Aar   = Agouti (Solidträger)
Aat   = Agouti (Tanträger)

Aa    = einfarbig, trägt kein Agouti

arar  = solid
arat  = solid/Tan Mix - fällt selten auf, kann wie goldagouti wirken, da            
           Augenringe unscheinbar sind
atat  = Tan (lux, otter etc)
ata   = Tan einfarbig

aa    = kein Agouti

Beispiele:
AA BB CC EE     = goldagouti (eigentlich rotagouti)
AA BB cdcd EE  = grauagouti (schwarz-buff-agouti)
AA BB cdcr EE  = lemonagouti (schwarz-creme-agouti)
AA BB crcr EE  = silberagouti (schwarz-weiß-agouti)
AA bb crcr EE  = cinemonagouti (schoko hier hell wg. crcr)

Es sind 72 Agoutitöne möglich, zur Zeit sind davon beim MFD nur 13 anerkannt.

5) P = Pale = Augenfaktor
    
PP    = dunkle Augen
Ppr  = dunkle Augen
Pp    = dunkle Augen
prpr = Feueraugen (echte!) - erkennbar an Fellfarbe
prp  = Feueraugen
pp    = Rote Augen

Augen gehen mit der Fellfarbe Kombinationen ein, z. B.:

Bei weißen Tieren kann das Auge bläulich erscheinen, obwohl es eigentlich genetisch dunkle Augen (d.A.) hat - in der Kombination mit dem "cr" entsteht dann aber der Blauschimmer.
oder:
Slate-blue werden mit roten Augen geboren, die mit der Zeit heller werden.

Beispiele:
aa BB CC EE PP   = schwarz (im Hintergrund rot)
aa bb CC EE PP   = schoko
aa BB CC EE prpr = slateblue (schwarz mit dkl. Augen), aber durch den Augenfaktor (Feueraugen) ändert sich schwarz in slateblue, d.h. auch, ist gut zu verbessern durch schwarze Tiere, die im Hintergrund rot haben
aa bb cc EE prpr  = coffee
aa BB CC EE pp    = lilac (genetisch schwarz mit roten Augen)
aaa bb CC EE pp  = beige (schoko mit roten Augen)

6) S = Self Colour

SS = ohne weiße Felder
Ss = ohne weiße Felder (trägt es oder hat evtl. weiße Füße/Blesse)
ss = weiße Felder

Beispiele:
aa BB CC EE PP SS   = schwarz
(durch PP kein Slate Blue oder anderes)
aa BB CC EE PP ss    = schwarz/weiß
(durch Rotfaktor im Hintergrund: tiefes schwarz - so soll es nach Standard sein)
aa BB crcr Epep PP SS/ss = schwarz/weiß (schwarz nicht so intensiv)
aa BB CC epep PP ss   = schildpatt weiß oder brindle weiß
( mit pp wäre es lilac-gold-weiß)
aa bb cdcr epep PP ss  = schoko-creme-weiß

7) Rn = rn = Roun

rnrn = kein Schimmel oder Dalmatiner
Rnrn = Schimmel/Dalmi
RnRn = Letale (nicht Lebensfähige)

Beispiele:
aa BB CC EE PP SS rnrn   = schwarz einfarbig
aa BB CC EE PP SS Rnrn  = Schwarzschimmel oder Dalmatiner schwarz
aa bb CC EE PP SS Rnrn  = Schokodalmatiner
aa BB CC ee PP SS Rnrn   = roter Dalmatiner
aa BB CC epep PP SS rnrn = Buntschimmel oder Dalmi mit schwarzen und roten Punkten (dafür benötigt man echte schildpatt Tiere in der Zucht)







 
   
 
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